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An die schönsten Momente im Leben erinnern Fotos. Professionell und gestochen scharf wird der Sieger im Marathon für das Familienalbum und die Sportnachrichten abgelichtet. Dabei gerät schnell in Vergessenheit, dass die Schnappschüsse mit dem Fotoapparat oder heute dem Handy nicht immer selbstverständlich waren.

Wir beginnen mit einem Ausflug in die Vergangenheit der Fotografie. Einsteigern in die Sportfotografie wird ein kleiner Überblick geboten, wie weit der Weg zur modernen Fototechnik war. Anschließend geht's zu Sache.

Mit Informationen und Praxistipps, wie Sie Bilder richtig in Szene setzen, was packende "Zielfotos" ausmacht, unterstützt Sie firstfotofactory.com .

Ausflug in die Geschichte - Fotografie im Zeitenwandel

Fotos von besonderen sportlichen Ereignissen, Volksläufen, Marathons oder dem Radsport, gäbe es vielleicht nicht, ohne Joseph Nicéphore Niépce. Etwa im Jahr 1815 interessierte sich der reiche Advokat für Lithographie. Bereits 1816 experimentierte er, mit seiner Camera obscura, um Positivbilder auf verschiedene Materialien zu übertragen. (*1) Die älteste erhaltene Heliographie wird auf etwa 1826 - 27 datiert. Das einzigartige Foto fängt den Blick aus Niépce Arbeitszimmer in Le Gras ein. (*2) Für Momentaufnahmen von Sportereignissen war die Technik natürlich noch nicht geeignet. Mehrere Stunden Belichtungszeit waren nötig, um dieses Bild zu erschaffen.

(*1)(Link zum Bild: http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/9/9f/Camera_obscura.jpg).
(* 2 )(Link zum Bild unbedingt verkleinern:http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/5/5c/View_from_the_Window_at_Le_Gras%2C_Joseph_Nic%C3%A9phore_Ni%C3%A9pce.jpg).

Ab etwa 1839 nahm die Entwicklung Fahrt auf. Gearbeitet wurde an neuen Verfahren und lichtstarken Objekten. Durch das Albuminverfahren, entwickelt etwa 1847, wurde die Personenfotografie möglich. Mit etwa 20 Sekunden Belichtungszeit konnten nun, unbeweglich ausharrende Personen, in Szene gesetzt werden. Anschließend lief die Zeit für den Fotografen. Er musste schnellstens in eine Dunkelkammer und die Fotos sofort entwickeln. In ihrer Mobilität eingeschränkt, arbeiteten die meisten Fotografen im Atelier oder in der Nähe ihres Studios.

Besondere Ereignisse dokumentierte die Presse fotografisch ab etwa 1880. Die erste Veröffentlichung eines Pressefotos erschien im New Yorker Daily Graphic. In Deutschland wagte sich 1883 die "Leipziger illustrirte Zeitung" an das Projekt, gerasterte Fotografien zu veröffentlichen. Bis auf ganzer Linie perfekte Zielfotos von Sportereignissen möglich wurden, sollte noch viel Zeit vergehen. Erst die Einführung der Elektronik garantierte die gleichbleibend hochwertige Fotografie. Erste Schritte dazu kamen aus Fernost. Nikon brachte den ersten serienmäßig anbaufähigen Elektromotor heraus. Von da an ging es Schlag auf Schlag. Erst kam die elektronische Belichtung, dann der elektronische Verschluss.

Professionell fotografieren - packende Aufnahmen von Sportereignissen

Große sportliche Veranstaltungen sorgen immer für den Ansturm der Massen. Spektakuläre Szenen im Bild festzuhalten, unterscheidet den Profi vom Amateur. Dabei basiert jede Aufnahme auf dem Prinzip "Emotion und Aktion". Ein spektakuläres Bild beruht fast immer auf beidem. Grundsätzliche Voraussetzung, damit ein Foto gelingt, sind gutes Sichtfeld, ein sicher Stand, ein Objektiv mit der richtigen Brennweite und Glück.

Ein Paradebeispiel liefert der Radsport oft auf der Zielgraden. Zwei Radsportler liegen Kopf an Kopf. Sie kämpfen verbissen um den Sieg. Diese Szenen spielen sich im Zieleinlauf ab, damit leider meist weit vom Standort des Fotografen entfernt. Freihand würde es, trotz modernster Ausstattung schwer ein scharfes Foto zu schießen. Problemlos klappt es mit dem Stativ.

Das Objektiv mit 100 mm bis 400 mm Brennweite erlaubt es, die emotionalen Details zu zeigen. Auf das Foto gehören in erster Linie die Gesichter der kämpfenden Kontrahenten. Sie bringen die Emotion zum Ausdruck. Das Blut pulsiert in den Adern, die Gesichter sind vor Anstrengung hochrot und verzerrt. Ein perfektes Bild fängt außerdem die Augen ein. Im Endspurt sind sie starr auf das Ziel gerichtet. Der "Kopf an Kopf Gegner" wird keines Blickes gewürdigt.

Lange Brennweiten - nicht immer die optimale Wahl

Professionelle Fotografen werden für gelungene Bilder nicht mit einer Kamera auskommen. Zum Objektivwechsel, auch wenn es schnell geht, bleibt im Sport kaum Zeit. Mindestens eine weitere Kamera, mit einer Objektivbrennweite von 18 mm - 55mm hängt griffbereit um den Hals. Das Siegerfoto schießen Profis mit diesem Apparat. Die perfekte Nahaufnahme, genau in dem Moment, wenn das Band reißt, wird Freihand geschossen. Selbstverständlich steht die zweite Kamera, um dem Glück des richtigen Moments ein wenig nachzuhelfen, auf Serienfotos.

Rechtzeitig draufhalten, letzte Feinjustierungen des Bildausschnitts während 5 Aufnahmen pro Sekunde geschossen werden, helfen mit, "den passenden Moment zu erwischen". Für Fotografen, die sich erst jetzt zum Umstieg in die digitale Fotografie entschieden haben, fällt es besonders schwer frühzeitig auszulösen. Dabei lernt jeder früher oder später, ein Bild zu löschen, ist kein Problem. Ein verpasster Moment für die richtige Aufnahme bleibt unwiderruflich verloren. Und noch ein kleiner Tipp für Einsteiger. Die Lächelautomatik gehört ins Handy, ein Fotoapparat, mit dem Sportbilder geschossen werden, wartet nicht aufs Lächeln.

Die richtigen Motive wählen - Sportbilder sind Adrenalin und Emotion pur

Aktion und Emotion sorgen für die Motivauswahl. Dabei darf gern eines Grundmerkmale dominieren. Fällt ein Sportler, gelingen spektakuläre "Aktionsbilder". Solche Aufnahmen entstehen eher zufällig. Immer "schussbereit sein". Gezielt kann jedoch immer Emotion gezeigt werden. Jubelnde Sportfans dienen eher als Lückenbüßer oder für das Familienalbum. Emotion pur, die es bis in die Bildserien der Sportberichterstattung schaffen kann, geht von Gewinnern und Verlierern aus.

Der entkräftete Marathonläufer ist von den Anstrengungen des Laufs gezeichnet. Sein verzweifeltes Ringen nach Luft bewegt den Betrachter. Am Rande der Veranstaltung lässt sich mindestens ebenso viel gutes Motivmaterial finden, wie auf der Zielgeraden. Emotion pur zeigt fast immer das Siegerfoto. Getroffen werden sollte der Moment, da die Anspannung der Erlösung weicht.

Herausforderungen der Sportfotografie gewachsen sein - Ausrüstung

Die bereits genannte Brennweite ist nicht alles, was ein Objektiv leisten muss. Sportfotografen schießen ihre Fotos in unterschiedlichen Sportarten und Beleuchtungsverhältnissen. Schlechtes Wetter, spärliche Hallenbeleuchtung sprechen für eine Objektivwahl mit hoher Lichtempfindlichkeit. Minimalvoraussetzung wäre die Offenblende von F4. Der größere Lichteinfall erlaubt kurze Verschlusszeiten.

Neben dem Objektiv zählt außerdem die Leistungsfähigkeit der Digitalkamera. Gewöhnliche digitale Fotoapparate arbeiten mit einer Lichtempfindlichkeit von 1.600 ISO. Für die Sportfotografie, bei schlechten Lichtverhältnissen, leider kein optimaler Wert. Trotzdem muss nicht auf 6.400 ISO aufgezogen werden. Der Nachteil ist digitales Rauschen. Es führt bei hohen ISO-Zahlen zur Verschlechterung der Detailwiedergabe und macht die Bildnachbearbeitung am PC fast zur Pflichtaufgabe.

Unverzichtbar für Sportfotos ist die Fähigkeit, sich auf wechselnde Lichtverhältnisse einzustellen und kurze Verschlusszeiten beizubehalten. Ein Hochleistungsblitz gehört zu jeder vernünftigen Ausrüstung. Vorzugsweise sollte die Verschlusszeit manuell eingestellt werden - wie bei der guten alten Spiegelreflexkamera. Neben, einer guten Bildausleuchtung durch den Blitz, lassen sich außerdem interessante gestalterische Spezialeffekte, wie ein "Mitzieher", erzeugen.

Einen letzten wichtigen Schwerpunkt zum Schluss. Vor keinem anderen Hintergrund, als der Fotografie von Sportlern, ist ein schneller Autofokus wichtig. Sportler werden in der Bewegung gestochen scharf eingefroren, dann schafft es das Bild vielleicht sogar auf die Titelseite.